Weiterbildung 2020 | 2021


Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit traumatischen Lebenserfahrungen wie sexueller Missbrauch, Misshandlung und emotionale Vernachlässigung stellen Mitarbeiter/innen helfender Berufe vor sehr schwierige Aufgaben.

Die erlittene Gewalt und/oder der Mangel an liebevoller Zuwendung bildet sich bei den Betroffenen häufig in einem dysfunktionalen Umgang mit sich selbst und mit anderen Menschen ab, wodurch die eigene Entwicklung blockiert wird und Beziehungen immer wieder scheitern. Für die Helfer/innen ist es wichtig, die häufig zunächst schwer verständlichen Verhaltensweisen traumatisierter Menschen einordnen zu können, um dann auf der Basis dieses Verstehens Räume für korrigierende Erfahrungen zu öffnen.

Unter Einbeziehung von Erkenntnissen aus verschiedenen Fachdisziplinen lassen sich Prinzipien und Techniken entwickeln, die für die Entwicklungsförderung traumatisierter Menschen sehr nützlich sind – und die zu deutlich mehr Sicherheit in der pädagogischen und beratenden Arbeit verhelfen. Gerade in diesen Arbeitsfeldern können Betroffene sehr wirkungsvoll unterstützt und begleitet werden. Das Herstellen einer tragfähigen, gut regulierten Bindung zwischen den traumatisierten Menschen und den Helfer/innen bildet dabei die Basis für alle weiteren Entwicklungsschritte – und steht deshalb auch im Mittelpunkt dieser Weiterbildung.
Methodisch wechseln sich theoretische Inputs, Gruppendiskussionen, Partnerarbeit und praktische Übungen ab. Supervision und Selbsterfahrung sind integraler Bestandteil der Weiterbildung.

Die Richtlinien für das Curriculum wurden von der DeGPT und dem Fachverband Traumapädagogik überarbeitet. Der Mindestumfang der Weiterbildung im MTI beläuft sich nun auf 150 statt wie bislang 120 UE., die sich auf 7 statt wie bisher 6 Module verteilen. Teilnehmer*innen, die einen doppelten Abschluss anstreben (Schwerpunkte Traumapädagogik und Traumazentrierte Fachberatung), müssen 8 Module belegen (Gesamtumfang dann 180 UE).

Weiterführende Informationen zu den Richtlinien erhalten Sie auf den Seiten der deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie und des Fachverbandes Traumapädagogik.

Zielgruppe

Die Weiterbildung richtet sich an Angehörige pädagogischer, beratender und pflegender Berufe.
Die Teilnehmerzahl ist auf 18 beschränkt.

Module

Modul 1: 20.01.-22.01.2020 | Trauma und Traumafolgen
Modul 2: 27.04.-29.04.2020 | Traumasensible Haltungen und 
                                                                  Gesprächstechniken
Modul 3: 20.07.-22.07.2020 | Stabilisierungsarbeit auf körperlicher,
                                                                  sozialer und emotionaler Ebene
Modul 4: 05.10.-07.10.2020 | „Nicht zu nahe kommen und nicht zu fern bleiben"
                                                                  Korrigierende Beziehungserfahrungen
Modul 5: 07.12.-10.12.2020 | Vertiefung "Traumapädagogik": Erziehen unter
                                                                  erschwerten Bedingungen
Modul 6: 08.02.-11.02.2021 | Vertiefung "Traumazentrierte Fachberatung":
                                                                 Tramaberatung in verschiedenen
                                                                 Handlungsfeldern
Modul 7: 26.04.-28.04.2021 | Zum Umgang mit selbstverletzendem, suizidalem
                                                                  und dissoziativem Verhalten
Modul 8: 19.07.-21.07.2021 | Traumadynamiken in System

Weitere Informationen

Haben Sie Fragen, bevor Sie sich zur Veranstaltung anmelden wollen?
Dann wenden Sie sich bitte direkt an Herrn Dr. Volmer oder Frau Waldmann!
Die Ansprechpartner finden Sie unter der Rubrik Kontakt.

REFERENT

Dr. phil. Jan Volmer
Leitung des Main-Tauber-Instituts, Dipl.-Pädagoge, Systemischer Therapeut und Berater (SG)

Kurszeiten

Montag 13:45–17:00 Uhr
Dienstag und Mittwoch 9:30–17:00 Uhr

Zertifizierung

Kosten

3.000 € Doppelabschluss
sonst 2.700 € (ein Schwerpunkt)

inkl. Unterrichtsmaterialien
und Seminarverpflegung

Veranstaltungsort

Main-Tauber-Institut der
Jugendhilfe Creglingen e. V.
Riemenschneiderbrücke 6
97993 Creglingen