Elternkurs "Erziehen durch Beziehung"

Unsere Gesellschaft verändert sich immer schneller und damit auch die Anforderungen, wie Kinder angemessen erzogen werden können. Was können wir tun, wenn unser Kind nicht tut, was es soll? Wie können wir angemessen reagieren? Wie zu Lösungen kommen und nicht im Streit enden?

Belohnen und Bestrafen funktionieren zwar meist kurzfristig und bringen oft schnell gewünschte Verhaltensweisen, aber die Beziehung geht dabei kaputt. Sobald die Belohnung, Bestrafung oder Konsequenz wegfällt, zeigen die Kinder wieder das alte Verhalten. Wie können wir Kooperation entwickeln? Wie kann Vertrauen aufgebaut werden? Wie klappt eine gute Bindung als Voraussetzung für ein entspanntes Familienleben?

Wenn Eltern mit Kindern in Eskalationsdynamiken gefangen sind, werden sie häufig mit Ratschlägen von außen konfrontiert. Oftmals wird empfohlen, den Konflikt auf der Ebene von Macht zu regeln - in der einen oder der anderen Richtung. Da heißt es dann: „Du musst Dich durchsetzen!“, „Das darfst Du Dir nicht gefallen lassen!“ oder „Das Kind braucht einfach mehr Freiraum!“ In beiden Fällen wird die Lösung im Eingehen auf kindliche oder im Durchsetzen elterlicher Dominanz gesehen. Häufig entsteht das Dilemma, dass sich die ohnehin festgefahrenen Muster noch verfestigen und die Situation weiter eskaliert. Die elterliche Hilflosigkeit und damit der Verlust von elterlicher Präsenz verschlimmert sich manchmal sogar noch. Machtausübung beschädigt die Beziehung zwischen Eltern und Kindern.

Anwesenheit dagegen beruht auf einem anderen Prinzip als dem der Macht, nämlich auf dem der Beziehung. Es geht nicht um Sieg und Niederlage, Belohnung und Bestrafung, sondern um die Kooperation von Partnern. Diese leben zwar in einer Situation ungleich verteilter Macht, aber gleichwohl auf der Basis von Gleichberechtigung ihrer Stimmen. Beide Seiten werden gehört und können miteinander in Verhandlung treten. Sowohl komplementäre (Härte, Durchsetzen egal wie) als auch symmetrische Eskalationsdynamiken (Nachgeben, Aufgeben) führen zu einem Verlust von „elterlicher Präsenz“.

„Elterlicher Präsenz“ zeigen Eltern, wenn sie die folgende Botschaft in ihrem Verhalten vermitteln: „Wir sind Deine Eltern und sind da und bleiben da. Wir sind Freunde, Beschützer, Begleiter, Zuhörer, Schützer der Familie, aber auch Grenzensetzer, Schrankensteller, Erzieher und Bremser. In diesen Funktionen können wir nicht abgeschüttelt werden. Wir können weder umgangen, noch bestochen werden. Wir sind da und bleiben da.“ Kinder, die diese Botschaft erfahren, erleben ihre Eltern als präsent, zuverlässig und vertrauenswürdig in ihrem Leben.

In Weikersheim gibt es jetzt den Elternkurs „Erziehen durch Beziehung“ mit vier Modulen. Er hilft Kinder besser zu verstehen und sie zu stärken. Der Pädagoge Haim Omer setzt in seinem aktuellen Konzept mit vielen praktischen Übungen auf gewaltfreie Erziehung durch Stärkung der elterlichen Präsenz. Eltern gewinnen neue Autorität durch eine gestärkte Beziehung zu ihrem Kind und lernen im Workshop konstruktiv auf problematisches Verhalten zu reagieren. Der Kurs lohne sich, so eine frühere Teilnehmerin: „Die Streitereien mit meiner Tochter haben oft lautstark geendet. Und ohne den gewünschten Erfolg. Durch das Elterntraining habe ich gelernt, dass ich mich nicht durchsetzen muss, sondern dass es möglich ist Absprachen zu treffen. Ich habe einen besseren Zugang zu meiner Tochter bekommen und wir suchen nun gemeinsam nach Lösungen.“

Die Module beinhalten elterliche Präsenz und gewaltfreien Widerstand, Autorität durch Beziehung,

Wiedergutmachung statt Strafe, Suche nach Unterstützern sowie die Reflektion der praktischen Umsetzung. Der Kurs umfasst Informationen, Austausch und Übungen. So können die neuen Methoden gleich praktisch angewendet werden.

Eingeladen sind alle, die sich um Kinder jeglicher Altersstufe kümmern: Egal ob Eltern, Großeltern, Tagesmütter oder andere Interessierte. Die Kursleiterin Carmen Keppner ist Sozialpädagogin, systemische Beraterin und auch selbst Mutter.

Der Kurs ist kostenfrei, aber regelmäßige Teilnahme ist wichtig. Die Termine sind immer donnerstags vormittags von 10-12 Uhr am 18. und 25. November sowie dem 2. und 9. Dezember.

Die Plätze sind begrenzt. Bitte melden Sie sich daher bei Angela Müller unter info@ zam-weikersheim.de oder 0175 810 2993 an.

Ihre Ansprechpartnerin

Gabriele Bachem-Böse
Dipl. Psychologin
Leitung des Main-Tauber-Instituts
Riemenschneiderbrücke 6
97993 Creglingen
Tel. (0 79 33) 92 22-0
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